Zweiter „Auszeichnung für herausragende Verdienste“ der Hume Society

Mit großer Freude und tiefer Dankbarkeit gibt die Hume Society stolz bekannt, dass Dr. Elizabeth S. Radcliffe, emeritierte Professorin für Philosophie am College of William & Mary, die Preisträgerin des „Hume Society Distinguished Service Award“ 2026 ist. Diese Auszeichnung würdigt Personen, deren Beiträge zur Gesellschaft beispielhaft für beständige Führungsstärke, außergewöhnliches Engagement, umsichtiges Wirken und ein unerschütterliches Bekenntnis zur Förderung des Gesellschaftsziels stehen. Professorin Radcliffe hat sich in all diesen Bereichen hervorgetan.
Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Professorin Radcliffes institutionelle Führungsrolle von grundlegender Bedeutung für das Wachstum und die Blüte unserer wissenschaftlichen Gemeinschaft. Zu ihren offiziellen Ämtern zählen die Mitgliedschaft im Vorstand von 1996 bis 1999 sowie die Leitung der Gesellschaft als Präsidentin von 2010 bis 2012. Ihr Engagement für die Jahrestagungen der Gesellschaft erstreckt sich über fast 35 Jahre. Seit der 19. Jahrestagung in Nantes war sie fast ununterbrochen im Peer-Review-Leseausschuss tätig und trug so dazu bei, die hohen wissenschaftlichen Standards unserer Konferenzprogramme aufrechtzuerhalten. Zudem koordinierte sie von 1992 bis 1994 die Sitzungen der Gesellschaft bei den Tagungen der Pacific Division der American Philosophical Association und brachte ihre organisatorische Expertise in die Planungsausschüsse sowohl für die Konferenz 1997 in Monterey, Kalifornien, als auch für unsere wegweisende Konferenz zum 50-jährigen Jubiläum an der Universität Oxford im Jahr 2023 ein. Über die internen Abläufe der Gesellschaft hinaus zeigte sich ihr Engagement für die Erweiterung des Fachgebiets in ihrer Mitorganisation des NEH-Sommerinstituts zu Hume im Jahr 2022 – einer Initiative, die die zeitgenössische Auseinandersetzung mit Humes Philosophie erfolgreich belebte und zahlreiche Mitglieder der Hume Society sowie Wissenschaftler aus dem gesamten Fachgebiet zusammenbrachte.
Bemerkenswerterweise hat Professorin Radcliffe zweimal die anspruchsvolle Aufgabe der Mitherausgabe von „Hume Studies“ übernommen, zunächst von 2000 bis 2005 und erneut von 2021 bis 2026. Die Leitung des intensiven Tagesgeschäfts einer wissenschaftlichen Zeitschrift ist schon einmal eine erhebliche berufliche Verpflichtung; sich dafür zu entscheiden, dies ein zweites Mal zu tun, ist ein außergewöhnlicher Akt des Engagements. Während ihrer beiden Amtszeiten als Mitherausgeberin hat sie Generationen von Autor*innen mit rigoroser, konstruktiver und großzügiger redaktioneller Begleitung zur Seite gestanden und gleichzeitig dazu beigetragen, dass „Hume Studies“ die höchsten Standards wissenschaftlicher Exzellenz aufrechterhält. Ihre sorgfältige Aufmerksamkeit für Einsendungen, Begutachtungen, Überarbeitungen und die vielen laufenden Aufgaben der Herausgeberschaft hat wesentlich zur anhaltenden Stärke, zum Ansehen und zur intellektuellen Exzellenz der Zeitschrift beigetragen. Jedes Mal, wenn sie diese Rolle übernommen hat, tat sie dies mit außergewöhnlicher Sorgfalt, gutem Urteilsvermögen und einem tiefen Engagement für die Unterstützung sowohl der Autoren als auch der Leser der Hume-Forschung.
Professor Radcliffes außergewöhnlicher Einsatz für die Gesellschaft ist umso beeindruckender, als er parallel zu einer herausragenden wissenschaftlichen Karriere geleistet wurde. Sie ist international anerkannt für ihre Arbeiten zu Humes Ethik, den Leidenschaften und der Handlungstheorie. Als Autorin von drei Monografien, Herausgeberin mehrerer einflussreicher Sammelbände, darunter „The Cambridge Critical Companion to Hume’s ‚Treatise‘“, und Verfasserin Dutzender begutachteter Artikel basiert ihre wissenschaftliche Arbeit auf ihrem wegweisenden Buch „Hume, Passion, and Action“, das 2018 erschien. Ihre Arbeit wird weithin für ihre textliche Präzision, analytische Klarheit und sorgfältige historische Interpretation geschätzt. Durch ihre wissenschaftliche Arbeit hat Professorin Radcliffe das Verständnis von Humes Philosophie vorangetrieben und gleichzeitig zu breiteren philosophischen Diskussionen über Ethik, Moralpsychologie, Emotionen und praktisches Denken beigetragen.
Da sich Professor Radcliffes Engagement über mehr als dreißig Jahre erstreckt, haben Generationen von Mitgliedern der Hume Society direkt von ihrer Führungsrolle, ihrem administrativen Einsatz und ihrer intellektuellen Großzügigkeit profitiert. Als regelmäßige Mitwirkende an den Mentoring-Workshops der Society hat sie aufeinanderfolgende Jahrgänge von Nachwuchswissenschaftlern unterstützt und ihnen fundierte Beratung zu akademischen Veröffentlichungen, dem Arbeitsmarkt und der beruflichen Weiterentwicklung geboten. Ihre Mentorentätigkeit hat dazu beigetragen, innerhalb der Gesellschaft eine Kultur zu schaffen, in der junge Wissenschaftler*innen beim Einstieg in den Beruf willkommen geheißen, ermutigt und unterstützt werden. Durch diese Bemühungen sowie durch ihre redaktionelle und wissenschaftliche Arbeit hat sie nicht nur zur Weiterentwicklung der Hume-Forschung beigetragen, sondern auch zur anhaltenden Stärke der wissenschaftlichen Gemeinschaft, die diese trägt.
Professor Radcliffes Engagement zeichnet sich nicht nur durch seinen außergewöhnlichen Umfang aus, sondern auch durch die Qualitäten, die sie in jede von ihr übernommene Rolle einbringt. Die Mitglieder der Gesellschaft profitieren seit langem von ihrer intellektuellen Großzügigkeit, ihrer Freundlichkeit und ihrer Kollegialität sowie von ihren bemerkenswerten wissenschaftlichen Leistungen. Ihre Führungsarbeit verband stets umsichtiges Urteilsvermögen mit einem aufrichtigen Engagement für das Gedeihen anderer und trug so dazu bei, den kooperativen und unterstützenden Charakter zu fördern, der die Hume-Gesellschaft seit langem auszeichnet.
Die heutige Lebendigkeit, die intellektuelle Strenge und der kollegiale Geist der Hume Society sind untrennbar mit Professor Radcliffes jahrzehntelangem engagierten Einsatz verbunden. Durch ihre Führungsrolle, ihre redaktionelle Arbeit, ihre wissenschaftliche Tätigkeit und ihre Mentorentätigkeit hat sie dazu beigetragen, die Gesellschaft als lebendige intellektuelle Gemeinschaft zu erhalten und die Verbindungen zwischen den Generationen von Hume-Forschern zu stärken. Mit der Verleihung des „Distinguished Service Award 2026“ an Professorin Radcliffe bringen wir unsere tiefe Dankbarkeit für mehr als drei Jahrzehnte Führung, Großzügigkeit und unerschütterliches Engagement zum Ausdruck. Ihre Beiträge haben nicht nur die Institutionen der Gesellschaft geprägt, sondern auch die einladende und intellektuell lebendige Gemeinschaft, die die Hume Society nach wie vor auszeichnet.
—Angela Coventry und Jason Fisette